Wenn Schwungübungen nicht reichen

Dieser Blog soll auf keinen Fall eine Therapie ersetzen oder dazu verleiten, vorschnell Urteile zu fällen. Bei einigen Dingen möchte ich Euch Leser einfach etwas “anstupsen” und andere Sichtweisen/ Möglichkeiten beschreiben. Dies trifft z.B. auf die Grafomotorik zu.

Bei vielen Kindern ist es sicher ausreichend, die Schreibweise von Buchstaben und Zahlen zu üben, Schwungübungen zu machen, etc. Wichtig ist dabei, dass das Kind über die Vorraussetzungen für eine gute Grafomotorik verfügt. Ich habe gerade in meinen Ergo-Unterlagen gestöbert und tatsächlich eine ganze Seite gefunden, auf der ich die Vorraussetzungen für Graphomotorik aufgelistet habe. Die ganze Liste würde hier sicher zu weit führen, aber wenn ein Kind z.B…..

… keine ausreichende Rumpfstabilität (Haltungshintergrund/posturale Kontrolle),

… Probleme mit der Kraftdosierung oder

… Schwierigkeiten bei der Auge-Hand/Hand-Auge- Koordination hat,

ist es klar, dass Schwungübungen nicht reichen.

 

 

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3 Antworten auf Wenn Schwungübungen nicht reichen

  1. Svenja sagt:

    Mich würde interessieren, was man für Möglichkeiten hat, wenn die genannten Voraussetzungen eben nicht vorhanden sind.
    Ergotherapie? Psychomotorik?
    So genau weiß man als Außenstehender ja gar nicht, was da jeweils gefördert wird.

    Vielleicht kannst du mir da ja weiterhelfen…

    Viele Grüße
    Svenja

    • Iris sagt:

      Liebe Svenja,

      zu der Frage könnte ich Seiten schreiben, aber ich werde erstmal versuchen, mich kurz zu fassen. Gerne beantworte ich aber weitere Fragen :-) Vielleicht entsteht daraus noch eine neue Kategorie.
      Zunächst wäre ein Gespräch zwischen Eltern und Lehrer/in sinnvoll. Dadurch können die grafomotorischen Probleme evtl. eingegrenzt werden und es kann ein Austausch über eventuelle weitere Auffälligkeiten stattfinden.
      Es ist z.B. ein Unterschied, ob ein Kind nicht zwischen den Linien schreiben kann (Auge-Hand-Koordination) oder zu stark aufdrückt. Kinder, die zu stark aufdrücken haben meist ein Problem mit der Kraftdosierung und wenn zu viel Kraft eingesetzt wird, ermüden die Kinder schneller.
      Meiner Meinung nach ist es am besten, nach dem Lehrer-Eltern-Gespräch mit einem (hoffentlich guten) Kinderarzt zu sprechen. Dieser kann evtl. schon einschätzen, ob Psychomotorik ausreichend oder Ergotherapie empfehlenswert ist. Grundsätzlich kann man sagen, dass Ergotherapie individueller gestaltet wird, da der Therapie immer ein ergotherapeutischer Befund vorausgeht und so gezielt mit dem Kind gearbeitet werden kann. Wenn Arzt/Eltern sich nicht sicher sind, ist es oft auch möglich, zunächst einen ergotherapeutischen Befund erstellen zu lassen, um dann ein weiteres Vorgehen – Ergotherapie, Psychomotorik, Empfehlungen für zu Hause, o.ä.- besprechen zu können.